Bewegung an frischer Luft ist immer gut – und kann zur Entdeckungsreise werden: Hans Launer war mit der Kamera am Laufe des Ellebachs in Stetternich unterwegs. „Dort haben die Biber eine Seenlandschaft erstellt, Natur pur“, berichtet er. Leider haben sich die kamerascheuen Wesen sich noch nicht ablichten lassen.

Über das „Stetternicher Revier“ weiß Hildegard Coenen mehr. Die Biologin ist Dozentin am Science College und hat von 2011-2014 das Projekt „Netzwerk Naturerlebnis Biber in der Nordeifel“ der Biostation Düren begleitet. „Mit Dämmen, aufgestauten Flächen auf denen sich Wasservögel und im Sommer viele Libellen tummeln, hat sich der Biber einen superschönen und vielfältigen Lebensraum geschaffen. Sehr zu empfehlen.“ Allerdings sieht sie auch die Probleme, da er sich auch schon mal unter dem Weg ein Versteck baut und auch ein Entwässerungsgraben in unmittelbarer Nachbarschaft zum Biberrevier verläuft. Warum derzeit so gut sichtbare „Zeichen“ – angenagte und sogar gefällte Bäume – der Biberpopulation zu sehen sind hängt mit der Ernährung der Biber zusammen, erläutert die Biologin: „Er ist ein reiner Vegetarier und frisst am liebsten Kräuter und Wasserpflanzen. Die gibt es im Winter aber nicht.“

Da der Nager keinen Winterschlaf hält muss er anderweitig auf Nahrungssuche gehen. Fressbares sind die Knospen und die Rinde von Sträuchern und Bäumen. „Bekanntlich hängen ja die süßesten Früchte – in Fall des Bibers die zartesten Knospen und Zweige – immer ganz oben. Da der Biber kein guter Kletterer ist, müssen diese halt zu ihm auf den Boden kommen. Also wird der Baum gefällt“, lautet die Erklärung der Fachfrau.
Wissenswertes am Rande: Weiden – wie bei der aktuellen „Fällung“ – gehören zu den Lieblingsgerichten der Biber im Winter. Der Grund: Sie ist leicht zu fällen und wächst schnell wieder nach.