Das neue Bioprocess-Gebäude, in direkter Nachbarschaft zu den Solartürmen, soll bald „in Betrieb“ gehen. 4200 Quadratmeter Nutzfläche kommen zu den ursprünglichen 2600 Quadratmetern hinzu. Es ist die dritte Standort-Erweiterung des Unternehmens seit den Gründertagen im Technologie-Zentrum Jülich. Für die Unterstützung der Forschungs- und Laborarbeit in der Zell- und Gentherapie wird Jülich nach Aussage von Falk Schneider von Eppendorf als globaler Standort gesehen. Möglich ist dies auch wegen der Partner vor Ort: „Wir sind nicht am Nabel der Welt, aber eine High-Tec-Region“, lautet der Verweis auf Brainergy Park, Fachhochschule mit Standorten in Aachen und Jülich, Kooperationen mit der RWTH in Aachen sowie dem Forschungszentrum Jülich. Mit letzterem können neue Geräte gemeinsam erprobt werden, ehe sie an den Kunden ausgeliefert werden.
Nachhaltigkeit auch am Bau
Eppendorf hat seine Selbstverpflichtung formuliert, nach der das Unternehmen weltweit in fünf Jahren klimaneutral sein möchte. Entsprechend war Nachhaltigkeit am Bau ein großes Thema: Erstmalig ist im Konzern ein Gebäude errichtet worden, das den Platin-Standard der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen erfüllt. „Das ist ein Industriebau mit Niedrig-Energiehaus-Standard“, formuliert René Hess markig.
Zweite Besonderheit: Der Neubau ist „komplett smart – alles ist von außen steuerbar“. Es ist ein „durchdigitalisiertes“ Gebäude. In der Produktion werden fahrerlose Industrieroboter Bauteile im Lager holen und zur Werkbank bringen. Sobald ein Werkteil benötigt und angefordert wird, fährt der Roboter zur Abholstation, wo der Auftrag kommissioniert worden ist, bringt ihn an die Werkbank und liefert die Teile bis fünf Zentimeter genau ab. Über große Monitore ist jederzeit der Lagerbestand nachvollziehbar. Für dieses Konstrukt mussten Kilometer von Kabeln verlegt werden.
Die perspektivischen Erweiterungswünsche des Unternehmens für den Standort Jülich sind noch nicht ausgeschöpft. „Ich glaube, dass wir in Zukunft immer mehr von dem High-Tec-Standort Jülich hören“, ist Falk Schneider überzeugt.