„Das ist krass, ich find‘ es total interessant hier.“ Der 10-Klässler Jeremy ist begeistert von seinem Besuch auf dem diesjährigen Berufsinfo-Markt der Stadt Jülich. Eine ähnliche Feststellung traf der 24jährige Dario, der eigentlich nur als Begleitung dabei war, dann aber feststellte, dass sich der Rundgang durch Foyer und Turnhalle der Berufsschule auf jeden Fall lohnte.
Einen ganzen Freitag von 9 bis 14 Uhr hatten ausbildungsinteressierte und suchende Jugendliche im Berufskolleg die Möglichkeit sich über eine breite Palette verschiedenster Möglichkeiten zu informieren.
Das Besondere: An sehr vielen der Stände waren es die Azubis selbst, die ihre Berufe und Arbeitgeber vorstellten. Von angehenden Zollbeamten und Süßwarenherstellern vom Schweizer Unternehmen Lindt, über Tischlerinnen und auszubildenden Malerinnen machten die jungen Leute mit viel Engagement Werbung für ihre Ausbildung. „Das macht richtig Spaß, mal anderen erzählen zu können, was man in der Ausbildung so macht,“ brachte es Muhammed, Packmitteltechnologe im zweiten Ausbildungsjahr bei SIG Combibloc, auf den Punkt.
Spaß macht auch anderes: So hatte das Aachener Unternehmen Saint Gobain zum Beispiel VR-Brillen im Gepäck, mit denen Interessierte ausprobieren konnten, wie es sich anfühlt, ein Kabel „abzuisolieren“ oder ein Stück Glas zu zerschneiden. Begehrt waren natürlich die „give aways“, die wie auf jeder Messe die Neugierigen an die Stände locken sollten. „Manche wollen nur Papierflieger“, schmunzelte eine Ausstellerin von Smurfit Kappa, aber „manche seien auch wirklich interessiert“ und es habe zahlreiche erfolgversprechende Gespräche inklusive konkreter Nachfragen nach Praktikums- und Ausbildungsstellen gegeben. Ins gleiche Horn stieß Bäckermeister Patrick Weitz, der sich ebenfalls über „zwei, drei Leute“ freute, die „wirklich eine Lehre machen wollen“.
Weniger zufrieden war Udo Schäfer als Vertreter der Rechtsanwaltskammer Köln, der von einer „durchwachsenen Resonanz“ sprach. Ebenfalls „durchwachsen, aber im Großen und Ganzen okay“ befand es der Mitarbeiter des Lebensmittel-Discounters Norma, stellte aber fest, „wenn wir nachher nur zwei Leute gewonnen haben, war das schon ein Erfolg“. Und das ist es wohl auch, was die meisten Unternehmen bewegt, an einer solchen Veranstaltung teilzunehmen: Präsenz zeigen, Werbung machen und Neugierde wecken. Bestens gelungen ist das übrigens den Tischlern, für die Obermeister Ulrich Goebbels feststellte, dass „bestimmt 200 Leute“ gucken kamen und sich von den riesigen Maschinen mindestens beeindrucken ließen.
Abgesehen von den Ständen der Firmen und Handwerksbetriebe hatten die Jugendlichen die Wahl zwischen verschiedenen Workshops zum Beispiel zu „Selbstpräsentation“ oder der Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch. Damit nicht genug, stellten sich auch noch die Fachhochschule Aachen sowie mehrere Berufskollegs der Region mit schulischen Ausbildungsmöglichkeiten und Studiengängen vor. Fazit: Ein breites Portfolio, in dem sich sicherlich eine passende Perspektive für die eigene berufliche Zukunft finden ließ. Organisiert wird der Berufsinfo-Markt jedes Jahr im März vom Amt für Kinder, Jugend, Schule und Sport der Stadt Jülich.
Fotos: Britta Sylvester