„Da weinte die Anna, Susanna, de Philepina, de Katharina – Oh, du armer Lazarus“ so theatralisch klagend zieht die Historische Gesellschaft Lazarus Strohmanus zum Kehraus-Tag durch Jülich. Ein Umzug mit über 320-jähriger Tradition. Und so war es auch in diesem Jahr, das an diesem Fastnachtsdienstag durch Corona und Krieg geprägt war. Als sichtbares Zeichen trugen die Besen diesmal Rosen in den Farben der Ukraine. Ein Stück Solidarität im Brauchtum.
Gemeinsam hatten die Lazarus-Brüder entschieden, das Brauchtum zu pflegen – auf abgeschiedenen Pfaden, ohne Ankündigung an die Bevölkerung und auch ohne die üblichen und begleitenden Ausgelassenheiten und den Einzug in die Lokalitäten der Stadt.
Start war nicht schon morgens, sondern erst am frühen Nachmittag bei Lazarusbruder Ross Lynch im Nordviertel. Von dort aus zog die Truppe durch den Wallgraben zog über den Schlossplatz und die Kö zur Promenade, entlang des Ellbachs bis schließlich wie immer das Finale an der Rur begangen wurde. Zwischendurch wurde der – diesmal ungetaufe Mann – „jepreck“, ehe er in das nasse Grab der Rur versenkt wurde.
Das Finale im bewegten Bild.