„Die beschlossenen Maßnahmen eines Teil-Lockdowns treffen neben der Veranstaltungsbranche vor allem die ohnehin schon stark gebeutelten Gastronomie- und Hotelbetriebe – obwohl gerade sie nicht als vorrangige Hotspots für Ansteckungen aufgefallen sind“, kritisiert Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen. „Wenn wie kürzlich immer wieder neue, sich teils widersprechende Restriktionen auf den Weg gebracht werden, führt das bei Kunden und Anbietern zu Verunsicherung – mit dramatischen, unverschuldeten Folgen für diese Unternehmen.“
Aus Sicht der IHK Aachen ist es gerade jetzt besonders wichtig, mit Sachargumenten für Vertrauen zu sorgen. „Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass sich die von Hotels, Gaststätten, Restaurants und Kulturbetrieben entwickelten Hygiene- und Sicherheitskonzepte bewährt haben“, sagt Philipp Piecha, bei der IHK Aachen zuständig für Tourismus und Gastgewerbe. Zur Eindämmung der Pandemie hätten viele Betriebe erhebliche finanzielle und personelle Ressourcen in ihre Hygiene- und Sicherheitskonzepte investiert. Durch den neuen Lockdown geraten sie nun zusätzlich unter wirtschaftlichen Druck.
„Viele Unternehmen benötigen jetzt weitere Unterstützung, um über die Runden zu kommen“, gibt Bayer zu bedenken und schlägt vor: „Investitionen in weitere Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen wie Luftfilter oder digitale Erfassungsmöglichkeiten sollten staatlich gefördert werden. Die Sicherheit der Gäste würde dadurch weiter verbessert, deren Vertrauen steigt, ein Lockdown wäre vermeidbar.“ Denn insbesondere die Gastronomie, der Einzelhandel und die Kulturwirtschaft sind Frequenzbringer für attraktive Innenstädte, Stadtteil- und Dorfzentren, die es zu erhalten gilt.
In der Region Aachen, Düren, Euskirchen und Heinsberg beschäftigen Gastronomie und Gastgewerbe mehr als 10.000 Menschen in rund 2000 Unternehmen und haben alleine in der Städteregion Aachen im Jahr 2018 über 400 Millionen Euro Umsatz erzielt.