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Neuer Pastoraler Raum sucht Patron

Die Zahl 12 ist im kirchlichen Kontext eine besondere. Besonders geläufig sind die 12 Jünger Jesu. Für den Gläubigen in Jülich wird sie auch zur Symbolzahl: 12 Jahre nach Gründung der Pfarrei Heilig Geist Jülich wird diese Struktur Geschichte sein.

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Hans-Otto von Danwitz, Pfarrer des neuen Pastoralen Raumes, und Pastoralreferentin Barbara Biel erläutern die neuen Strukturen. Foto: Dorothée Schenk
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Im Januar 2026 wird nach der Fusion der 16 Gemeinden Jülichs zur Pfarrei Heilig Geist die neue Zeit der „Pastoralen Räume“ eingeläutet. Erst 2013 war unter Bischof Mussinghoff die erste Zusammenführung erfolgt. Ab 2026 bilden die Jülicher mit den sechs Aldenhovener Kirchengemeinden dann einen neuen „Pastoralen Raum“. Dieser wird 23.861 eingetragene Mitglieder der katholischen Kirche zählen. Es ist einer von 44 im Bistum Aachen, die bis 2028 Form annehmen werden. Darin werden die derzeit 326 Pfarreien aufgehen. Eine einschneidende strukturelle Veränderung. Die Gläubigen im neuen Großverbund sollen davon wenig zu spüren bekommen, wenn man der Jülicher Pastoralreferentin Barbara Biel glaubt, die als so genannte Promotorin aktiv in den Prozess eingebunden ist.

Die Zauberworte heißen „Orte von Kirche“. Hier soll künftig die Heimat und Zukunft des Glaubens sichtbar und gefeiert werden. Alleine in Jülich sind von den Hauptamtlichen und GdG Räten 170 solcher Orte ausgemacht und die Akteure angeschrieben worden. Sie und alle, die sich als „Ort von Kirche“ verstehen, sind eingeladen, sich am Montag, 7. April, in der Saleskirche zu einem Informationsabend und Austausch zu treffen. Dazu gehören Verbände wie die Pfadfinder, Initiative wie „Der neue Sonntagabend“ in der Citykirche, Umweltgruppen, die sich für die Bewahrung der Schöpfung einsetzen und Partnerschaft für die eine Welt, ein digitaler Bibelkreis ebenso wie Schulen und Kindergärten. „Es muss nicht an allen Orten die Vollform von Kirche gelebt werden“, erläutert Pastoralreferentin Biel. Das Ziel ist eine Vernetzung der einzelnen Gruppierungen.

Die Propsteikirche in Jülich. Foto: Dorothée Schenk
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Das bedingt ganz klar die Aufgabe der Komfortzone. „Wir sind in der Realität angekommen“, sagt
Pfarrer Hans-Otto von Danwitz. Mit abnehmendem pastoralen Personal – sprich Priestern ebenso wie hauptamtlichen Kräften – ist das „rundum-sorglos-Paket“ der Kirche für die immer weniger werdende Schar an Katholiken nicht mehr flächendeckend zu gewährleisten. Die Strukturen müssen größer werden, um das Kirchenschiff weiter in Richtung Zukunft steuern zu können. Der Pfarrer des neuen Großkonstrukts Jülich-Aldenhoven nennt es beim Namen: „Wir müssen Ressourcen teilen.“ Darin könne aber auch eine Chance liegen, meint er: „Ich finde den Blick auf die Vielfalt gut . Er sprengt das Gefühl, das ,alles wird immer weniger’ wird.“ Mindestens einmal im Jahr soll eine Vollversammlung abhalten werden mit der Gelegenheit zu Berichterstattung und Austausch. „Wenn das gut läuft, stell ich mir da etwas Lebendiges vor.“

Neue Formen brauchen neue Namen: Wenn zum 1.1.2026 die Pfarreien in Jülich-Aldenhoven aufgelöst werden sollen als Pastoraler Raum auch unter das „Schutzschild“ eines gemeinsamen Patrons gestellt werden. Schon deshalb, weil in das Verhältnis in der neuen Struktur 70 (Jülich) zu 30 (Aldenhoven) beträgt. Es solle nicht der Eindruck erweckt werden, dass der Große den Kleinen „schluckt“. Es werden noch bis 9. Mai Namens- beziehungsweise Patronats-Vorschläge entgegen genommen. Keine leichte Aufgabe, wie von Danwitz einräumt. Derzeit gibt es in den Gemeinden Jülich und Aldenhoven 18 verschiedene Patronate in den zu fusionierenden 22 Gemeinden – und diese sollten alle nicht genannt werden.

Bereits am 8. und 9. November werden die Wahlen zum neuen Rat des Pastoralen Raumes stattfinden. Er wird die Pfarrgemeinde- und GdG-Räte ablösen. Bei der Besetzung wird anders als bisher nicht auf Parität geachtet – im Klartext geht es nicht darum, dass alle 22 „Kirchtürme“ abgebildet werden. Vielmehr sollen Menschen gefunden werden, die den Blick in den großen Raum haben, für den pastorale und wirtschaftliche Belangen entschieden werden sollen. Dass das gelingt, da sind Pastoralreferentin Biel und Pfarrer von Danwitz zuversichtlich. Das Kennenlernfest im Herbst 2024 sei gelungen gewesen. Offenbar gibt es auch bereits die Erkenntnis, was man sich zu geben hat, beziehungsweise wo man sich gut ergänzt. „Schon im vergangenen Jahr sind wir mit dem Pastoralteam gut gestartet. Insofern ist die Zusammenarbeit schon gewachsen“, erläutert Barbara Biel. Darüber hinaus hat die jüngste GdG Sitzung Jülich-Aldenhoven bereits in der Sales-Kirche in Jülich getagt. Es sei für die Räte interessant gewesen, die Familien- und Jugendkirche zu erleben. Hier würden sich auch neue Perspektive eröffnen.

Dem neu zu wählenden großen Rat wird ein acht-Köpfe-starkes Leitungsteam vorangestellt. Dazu sollen neben dem Pfarrer, zwei pastorale Mitarbeiter und zwei Delegierte aus dem Kirchenvorstand angehören. Außerdem zählt die neue Verwaltungsleiterin Dagmar Stettner dazu, die seit 2023 der Steuerungsgruppe angehört, die nach dem Weggang von Propst Josef Wolff das „operative Geschäft“ übernommen hatte. Deren Aufgabe soll es sein, im Blick zu behalten, dass „niemanden hinten herunterfällt“. Dieses Gremium habe eine große Verantwortung, betont von Danwitz: „Diese Leute bereiten die strategischen Entscheidungen vor.“ Von dort aus gehen sie in den Rat des pastoralen Raumes.


Zu einem Informationsabend  „Orte von Kirche“ sind alle Interessierten am Montag, 7. April, um 19.30 Uhr in der Jugend- & Familienkirche Jülich St. Franz Sales in Jülicher Nordviertel  an der Nordstraße eingeladen.

Vorschläge für das neue Patronat des Pastoralen Raumes Jülich-Aldenhoven können bis Biel Freitag, 9. Mai, eingereicht werden. Sie können per Mail an [email protected] und [email protected] gesendet werden oder in Papierform in den Pfarrbüros abgeben werden. In der darauffolgenden Woche findet die Sitzung der GdGs statt, die einen Namensvorschlag für den Bischof vorbereiten.


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