Große Jü­li­cher Kar­ne­vals­ge­sell­schaft Rur­blüm­chen von 1926 e.V.

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Die Ur­sprün­ge der KG „Rur­blüm­chen“ sind ohne Zwei­fel im Jü­li­cher Ge­sel­len­ver­ein, der An­fang der zwan­zi­ger Jahre eine her­aus­ra­gen­de Rolle in Jü­lich spiel­te, zu su­chen. In die­ser großen Ge­mein­schaft wurde sich neben be­ruf­li­chen und be­rufs­be­glei­ten­den Fra­gen auch in großen Tei­len mit dem ge­sell­schaft­li­chen Leben be­fasst. So gab es neben Musik- und Ge­sangs­grup­pen auch eine Thea­ter­ab­tei­lung unter der Lei­tung von Willi Be­cker. Hier kam der Wunsch nach kar­ne­va­lis­ti­schen Ak­ti­vi­tä­ten auf und man be­schloss am 19.09.1926 die Grün­dung einer Kar­ne­vals­ge­sell­schaft. Man gab ihr den Namen “Rur­blüm­chen“. Prä­si­dent wurde Willi Be­cker. An die­sem Tag fand auch die erste Ver­an­stal­tung im Jü­li­cher Kol­ping­haus statt. Die erste Sit­zung mit Sit­zungs­büh­ne fand 1926 in der „Lands­kro­ne“ auf der Düs­sel­dor­fer Str. statt.

Die Grün­der­jah­re bis zum 2.Welt­krieg brach­ten eine ste­ti­ge Auf­wärts­ent­wick­lung der Ge­sell­schaft. Der 2. Welt­krieg hatte un­se­re Hei­mat­stadt na­he­zu völ­lig zer­stört und das Leben der Ge­sell­schaft zum Er­lie­gen ge­bracht. Im Sep­tem­ber 1946 traf sich „Rur­blüm­chen“ im teil­wei­se wie­der­her­ge­stell­ten Kol­ping­haus zu einem Hei­ma­ta­bend. Der Wie­der­be­ginn wurde an­ge­gan­gen. Das 25-jäh­ri­ge Be­ste­hen konn­te man 1951 im wie­der­her­ge­stell­ten Vik­to­ria­saal fei­ern. Die „KG Rur­blüm­chen“ fand immer mehr An­hän­ger, so­dass 1956 der da­ma­li­ge Se­nats­prä­si­dent Hans Schnei­der den neuen Namen „Gro­ße Jü­li­cher Kar­ne­vals­ge­sell­schaft Rur­blüm­chen“ ver­kün­de­te.

Bevor man 1970 in die Stadt­hal­le wech­seln konn­te, wur­den Sit­zun­gen im „Haus Hes­sel­mann“ und sogar im Saal „Hei­nen“ in Kirch­berg durch­ge­führt.

Die Nach­fra­ge nach Sit­zungs­kar­ten wurde ste­tig grö­ßer, aber die Ka­pa­zi­tät der Stadt­hal­le gab nicht mehr her. So kam es, dass man von 1979 bis 1997 sogar zwei Sit­zun­gen prä­sen­tier­te.

Die „Rur­blüm­chen“ sind auch in maß­geb­li­cher Weise am Jü­li­cher Kin­der­kar­ne­val be­tei­ligt. Im Jahre 1956 fand unter Pa­ten­schaft der Rur­blüm­chen die erste Kin­der­sit­zung statt. Seit­dem ist die Kin­der­sit­zung fes­ter Be­stand­teil der Rur­blüm­chen­ver­an­stal­tun­gen.

Stark war das „Rur­blüm­chen“ auch be­tei­ligt, als im Jahre 1959 der erste Kin­der­zug durch Jü­lichs Stra­ßen zog. Man kann die „Rur­blüm­chen“ als „die Väter“ des Kin­der­kar­ne­vals in Jü­lich be­zeich­nen.

Na­tür­lich ge­hö­ren zu einem Kar­ne­valsum­zug auch zünf­ti­ge Zug­wa­gen. Hier zei­gen die Wa­gen­bau­er ihr Kön­nen. Die Ba­sis­fahr­zeu­ge wur­den von Land­wir­ten nach der Rü­ben­kam­pa­gne aus­ge­lie­hen. Im Laufe der Zeit wur­den nutz­ba­re landw. An­hän­ger an­ge­schafft. Im April 2003 wurde die bis­he­ri­ge Ar­beit durch einen Groß­brand bei der Spe­di­ti­on Boos, wo die Fahr­zeu­ge und Werk­zeug ge­la­gert waren, zer­stört. Alles Ma­te­ri­al, Werk­zeug und 4 re­no­vier­te Brauch­tums­fahr­zeu­ge wur­den Opfer der Flam­men. Nach­dem sich der Schock ge­legt hatte, fand man ein neues Wa­gen­bau­do­mi­zil in der alten Gü­ter­ab­fer­ti­gungs­hal­le an der Bahn­hof­str.. Mitt­ler­wei­le darf man auch wie­der drei Brauch­tums­fahr­zeu­ge Eigen nen­nen.

In den An­fän­gen der Rur­blüm­chen gab es zahl­rei­che Tanz­ma­rie­chen und auch Tanz­paa­re. Im Jahre 1970 fan­den sich ei­ni­ge tanz­freu­di­ge ak­ti­ve Her­ren zu­sam­men und grün­de­ten das Her­ren­bal­lett der Rur­blüm­chen. Die­ses Her­ren­bal­lett ist seit­her ein fes­ter Be­stand­teil und ein Hö­he­punkt der Sit­zung.

Gemäß der Sat­zung ist Zweck der Ge­sell­schaft, das hei­mat­li­che und kar­ne­va­lis­ti­sche Brauch­tum zu för­dern. Bei den Sit­zun­gen kann man seit Jahr­zehn­ten mit Stolz auf „Ei­gen­ge­wäch­se“, die mit aus­wär­ti­gen, gegen hohe Gagen auf­tre­ten­den Kräf­ten, durch­aus mit­hal­ten kön­nen, ver­wei­sen. Hier sind die Rur­blüm­chen-Combo Fi­de­li­os, das Duo Kratz-Platz­be­cker und die zwei Schluf­fe zu nen­nen. Nicht zu ver­ges­sen ist unser Hei­mat­dich­ter Ed­mund Gie­sen (He­xen­turm­lied). Bis in die 70er Jahre glänz­te Egin­hard Ey­lert als Hei­mat­red­ner. Ihm folg­te Hu­bert Oel­lers, als „Jü­li­cher Jong“. Ab 1990 trat Georg The­ves­sen in seine Fuß­stap­fen. Ihm folgt seit 2010 Tho­mas Oel­lers.

Im Jahre 1976 gab es dop­pel­ten Grund zur Freu­de: Die KG wurde 50 Jahre alt und der „gol­di­ge“ Willi Be­cker fei­er­te sein 50-jäh­ri­ges Ju­bi­lä­um als Prä­si­dent der Ge­sell­schaft. Für seine Ver­diens­te wurde ihm der Ehren­ring der Stadt Jü­lich ver­lie­hen. Am Ende der Ju­bi­lä­ums­ses­si­on legte er sein Amt in die Hände von Heinz Dree­sen. Die fol­gen­den Jahre zeig­ten eine wei­te­re Auf­wärts­ent­wick­lung und Heinz Dree­sen übergab das Prä­si­den­ten­zep­ter 1992 an Bernd Tim­berg. Die­ser trat 1995 von sei­nem Amt zu­rück und Heinz Dree­sen über­nahm noch­mals für 2 Jahre das Amt. Georg „Schorsch“ The­ves­sen führ­te von 1997 – 2007 die Rur­blüm­chen. Bis 1995 wur­den die Sit­zun­gen immer vom Prä­si­den­ten der Ge­sell­schaft ge­lei­tet.

Das Amt des Sit­zungs­prä­si­den­ten wurde 1996 ein­ge­führt. Von nun an lei­te­te Hu­bert Oel­lers die große Ko­stüm­sit­zung. 2006 wurde er von „Schorsch“ The­ves­sen ab­ge­löst. Frank Kutsch führt seit 2008 als Prä­si­dent den El­fer­rat an.

Über 120 Se­na­to­rin­nen und Se­na­to­ren an­ge­führt von Se­nats­prä­si­dent Rai­ner Frings und 57 Ak­ti­ve unter der Regie vom 1.Vor­sit­zen­den Frank Kutsch, sor­gen ge­mein­sam dafür, dass das Brauch­tum „Kar­ne­val“ in ge­ord­ne­ten Bah­nen läuft. Ein herz­li­cher Dank gilt an die­ser Stel­le allen ehe­ma­li­gen Vor­sit­zen­den wie Toni Nie­ßen, Andy Heck und Hans Toll­hau­sen. Sie haben stets die Ge­schi­cke der „Gro­ßen Jü­li­cher Kar­ne­vals­ge­sell­schaft Rur­blüm­chen von 1926 e. V.“ mit Wohl­wol­len und Weit­sicht ge­führt, so­dass die Rur­blüm­chen noch lange wach­sen, blü­hen und ge­dei­hen wer­den.

 

Adi Hoch­hau­sen