background

Die Prin­zen­gar­de der CCKG wird voll­jäh­rig

 

Was für Men­schen erst ab dem 18 Ge­burts­tag ein­tritt, tritt im Kar­ne­val frü­her ein. Die ma­gi­sche 11 be­sie­gelt die Voll­jäh­rig­keit der kar­ne­va­lis­ti­schen Brauch­tums­pfle­ge. Was in den ers­ten tur­bu­len­ten Jah­ren der Garde alles pas­sier­te und ob die wil­den Jahre jetzt end­gül­tig vor­bei sind, be­rich­tet uns Haupt­mann Hacky Po­sau­ne im In­ter­view.

 

HERZOG: Du bist seit 11 Jah­ren Haupt­mann der Prin­zen­gar­de. Wie bist du zu die­sem Amt ge­kom­men?

HACKY: Kurz und knapp: Man muss den pas­sen­den Namen haben und zur falschen Zeit am rich­ti­gen Ort sein. Der Name ist Hacky Hack­hau­sen und der Ort war Mersch-Pat­tern. Es könn­te aber auch Ameln ge­we­sen sein. Ich war mit der CCKG auf Tour und wir be­such­ten an die­sem Tag di­ver­se Bi­waks und Prin­zen­früh­stücke. Da wir der Zeit etwas vor­aus waren, konn­ten wir ei­ni­ge an­de­re Ge­sell­schaf­ten beim Ein- und Aus­zug be­ob­ach­ten. Und plötz­lich hör­ten wir die fol­gen­de An­kün­di­gung: „…und nun be­grü­ßen wir auf der Bühne das Fun­ken­korps der KG Fi­de­lio Els­dorf mit ihrem Haupt­mann Hack­hau­sen.“

 

HERZOG: Warst du vor­her be­reits in einer an­de­ren Garde Haupt­mann?

HACKY:  Na­tür­lich nicht. Und so schau­ten wir uns recht ver­dutzt an, als ein an­de­rer Hack­hau­sen mit sei­ner Garde an uns vor­bei­zog. Das war schon eine or­dent­li­che Trup­pe und so ließ sie nicht lange auf sich war­ten, die her­aus­for­dern­de Frage un­se­res Prä­si­den­ten Uwe Mock: „Das kannst du doch auch, oder?!?“ Als sich im an­schlie­ßen­den Ge­spräch mit dem „al­ten“ Haupt­mann Hack­hau­sen her­aus­stell­te, dass er auch Hacki ge­nannt wird und sein Sohn eben­falls Po­sau­ne spiel­te, stand für mich fest, dass diese Be­geg­nung Schick­sal sein muss­te.

 

HERZOG: Und wie ging es dann wei­ter? Wie hast du deine Trup­pe ge­fun­den?

HACKY: Ich ließ mir eine Uni­form schnei­dern und war der Haupt­mann. Das hat, wie beim „Haupt­mann von Kö­pe­nick“, bis heute auch nie je­mand ernst­haft in Frage ge­stellt. Der Rest der Garde setz­te sich dann aus den ver­gan­ge­nen Drei­ge­stir­nen zu­sam­men. Diese sind nach ihrer Ses­si­on ja quasi ar­beits­su­chend. Somit tra­gen wir den Namen „Prin­zen­gar­de“ zu Recht. Denn erst ab einem Drit­tel Prin­zen­an­teil in der Garde, ist das Füh­ren des Be­griffs „Prin­zen­gar­de“ laut Gar­de­ge­setz­buch (GGB) auch legal.

 

HERZOG: Was be­sagt der § 11 des GGB?

HACKY: Damit haben wir in der ver­gan­ge­nen Ses­si­on für sehr viel Tru­bel ge­sorgt. Der § 11 räumt uns das Pfän­dungs­recht ein. Wenn man laut Schatz­meis­ter Schwei­zer eine arme Garde ist, muss man halt krea­tiv wer­den, um an sein Kölsch zu kom­men. Jetzt pfän­den wir ein­fach das ein oder an­de­re Bier oder di­rekt die ganze Knei­pe, oder was uns ge­ra­de so un­ter­kommt. Da bin ich selbst manch­mal über­rascht, was der Garde so alles ge­hört.

 

HERZOG:  Zu euch ge­hört auf jeden Fall die Gar­de­band.

HACKY (un­ter­bricht): Es sind ei­gent­lich zwei Bands. Die Mar­ching­band (Spiel­manns­zug) mit di­cker Trumm, die ein­mal kurz vor der Trunk­sit­zung, bei un­se­rer Voll­ver­samm­lung probt. Und dann die Band, die schon ab dem 10.10. an­fängt zu pro­ben. Beide haben ihren ei­ge­nen mu­si­ka­li­schen Ch­ar­me und sor­gen für „or­dent­lich“ Stim­mung auf der Bühne.

 

HERZOG: Was hat es ei­gent­lich mit eurer Voll­ver­samm­lung auf sich?

HACKY: Ei­gent­lich ist es der jähr­li­che Ver­such, ein­mal alle Gar­dis­ten an einem Ort zu ver­sam­meln und etwas zu or­ga­ni­sie­ren. Es heißt auch immer ERSTE Garde Voll­ver­samm­lung, da wir es in 11 Jah­ren immer noch nicht ge­schafft haben, alle an einen Tisch zu be­kom­men. Vor drei Jah­ren ist sogar noch un­se­re „klei­ne-Garde“ (U 18) da­zu­ge­kom­men. Das macht es noch schwie­ri­ger. Ein wei­te­res High­light die­ser Ver­samm­lung ist die Vor­stel­lung des Eine-Ses­si­ons-Ma­rie­chens.

 

HERZOG: Was ist ein Eine-Ses­si­ons-Ma­rie­chen?

HACKY: Un­se­re Ma­rie­chen haben die ers­ten Jahre immer nur eine Ses­si­on ge­hal­ten. Da­nach waren sie durch(ge­tanzt). Die letz­ten zwei Jahre haben wir aber ein sehr schmerz­frei­es Ma­rie­chen, das sogar noch mit Scher­ben in der Hand ein Rad schlägt und auch mal mit dem Schlauch­boot über das Pub­li­kum fährt, um an der Theke Schnaps für die Band zu holen.

 

HERZOG: Haben sich eure Ma­rie­chen denn wie­der er­holt?

HACKY: Ja, sogar sehr gut. Im letz­ten Jahr haben sie an­ge­kün­digt, wie­der etwas zu ma­chen und die „To­ten Fun­ken der CCKG Prin­zen­gar­de“ ge­grün­det. Da ich immer nur drei Jahre im Wech­sel tanze, könn­te ich mich die­ses Jahr auch denen an­schlie­ßen.

 

HERZOG: Was ist denn sonst noch an­läss­lich eures Ju­bi­lä­ums ge­plant?

HACKY: Es wird viele Über­ra­schun­gen geben. Ei­ni­ge Gar­dis­ten haben es aber auch noch nicht ge­merkt, dass wir ein Ju­bi­lä­um haben. Das liegt ver­mut­lich daran, dass auf un­se­rem Gar­de­wap­pen das Grün­dungs­jahr nur in rö­mi­schen Zif­fern (MMVI) ab­ge­bil­det ist. Daher wer­den wir die ERSTE Garde Voll­ver­samm­lung die­ses Jahr wohl vor­zie­hen, um uns und dem Pub­li­kum eine or­dent­li­che Ge­burts­tags­sau­se mit viel Tru­bel bie­ten zu kön­nen. Man wird ja nur 1 x 11!