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Komm, Bello“ oder wie ich Hunde ver­ste­hen lerne.

Max Meier, der „Hun­de­flüs­te­rer“

 

Sechs Hunde ste­hen mit ge­spitz­ten Ohren er­war­tungs­voll neben ihren Frau- und Herr­chen. „Erst auf mein Zei­chen hin löst Ihr die Leine“, ver­kün­det Max Meier der Runde, die sich zur diens­täg­li­chen Klein­hun­de­run­de am Jü­li­cher Tur­nier­platz  ein­ge­fun­den hat.

 

Die er­ho­be­ne Hand senkt sich. Fox­ter­ri­er Wil­son, Bull­dog­ge Mailo, La­b­ra­doo­del Luna, Mix Fiffi, Edi Mal­te­ser und der hol­län­di­sche Kooi­ker­hond­je Anouk sprit­zen durch­ein­an­der wie Was­ser auf einer hei­ßen Herd­plat­te. Eine spie­le­ri­sche Rau­fe­rei zwi­schen Wil­son und Anouk be­en­det die erste Runde. Die Ana­ly­se folgt: Was ist pas­siert?

 

Re­geln und Kon­se­quenz sind das wich­tigs­te im Um­gang mit dem „bes­ten Freund des Men­schen“, er­klärt der „Hun­de­flüs­te­rer“ von Jü­lich. „Viel Ta­lent muss man nicht un­be­dingt haben. Man muss na­tür­lich Spaß haben an Hun­den aber auch spe­zi­ell an Men­schen“, stellt der 39-Jäh­ri­ge sein Licht unter den ver­ba­len Schef­fel.

 

„Mein Schwer­punkt ist, Hunde ver­ste­hen zu ler­nen, und sie für den Men­schen zu über­set­zen“, er­klärt der 40-Jäh­ri­ge. Er sieht die Zwei- und die Vier­bei­ner als Team, die den All­tag mit­ein­an­der ver­brin­gen. Und so gibt es in der Klein­hun­drun­de auch gleich eine Übung zur Lei­nen­füh­rig­keit, mit der sich so man­cher Herr und Hund schwer tut. Ziel ist, dass das Tier sich auf das Ver­hal­ten des Men­schen kon­zen­triert und ihm folgt und nicht etwa sei­ner ei­ge­nen Wege geht.

 

Na­tür­lich spie­len „Lecker­chen“ in der Er­zie­hung eine wich­ti­ge Rolle – zum rich­ti­gen Zeit­punkt. Denn jede Be­loh­nung fes­tigt das Ge­lern­te – dum­mer­wei­se auch das falsch An­er­zo­ge­ne. „Lecker­chen und Hund, das ist oft eine Gret­chen­fra­ge: Sol­len wir damit ar­bei­ten und nicht“, er­zählt Max Meier. Er selbst schätzt die Un­ter­stüt­zung durch Fut­ter, denn schließ­lich stam­me der Hund vom Wolf ab und der ist ein Raub­tier. „Er muss also etwas tun für sein Fut­ter.“ Hier kommt es dann schon mal zum Miss­ver­ständ­nis zwi­schen Mensch und Hund, denn der Men­schen soll nicht zum Fut­ter­au­to­ma­ten wer­den. Aber um ein rich­ti­ges Ver­hal­ten zu „for­men“, wie sich der „Coach für Men­schen mit Hund“ aus­drückt, ist eine gute Ver­stär­kung.

 

Der Weg zum Hun­de­trai­ner war kein grad­li­ni­ger. Sei­nen ers­ten Be­rufs­wunsch, Ka­me­ra­mann zu wer­den, und das Stu­di­um der po­li­ti­sche Wis­sen­schaf­ten, So­zio­lo­gie und Psy­cho­lo­gie an der Aa­che­ner Uni gab er bald auf – ob­wohl es im Nach­hin­ein ge­winn­brin­gend war wie Max Meier sagt. „Gera­de den Be­reich Lern­ver­hal­ten aus dem Psy­cho­lo­gie­stu­di­um, kann man gut um­set­zen. Das ist eine un­ge­heu­er kom­pli­zier­te Ma­te­rie.“ Im el­ter­li­chen Züch­ter-Haus­halt in Tetz mit einer Schar von von fran­zö­si­schen Beaglen groß ge­wor­den, war Max Meier die Hun­de­lei­den­schaft quasi in die Wiege ge­legt wor­den und was er vor 13 Jah­ren dann im Fern­se­hen sah, be­geis­ter­te ihn und brach­te ihn zu Deutsch­lands wohl pro­mi­nen­tes­ten Hun­de­ver­ste­her, Mar­tin Rüt­ter.

 

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In fünf Jah­ren ein­schließ­lich Lehr­zeit er­warb er beim ihm das klei­ne und große „1 x 1“ sei­nes Be­rufs. Da geht es nicht nur um den Um­gang mit den Vier­bei­nern, son­dern auch das Wis­sen um den Säu­ge­tier-Or­ga­nis­mus, um Er­näh­rung – bei den zu­neh­men­den Un­ver­träg­lich­kei­ten auch bei Hun­den immer wich­ti­ger – aber auch recht­li­che Grund­la­gen und Ver­si­che­rungs­schutz ge­hö­ren zum rei­chen „Fä­cher­ka­non“ der Aus­bil­dung. Er be­treu­te ei­ge­ne Kun­den, be­glei­te­te sei­nen „Coach“ bei Vor­trä­gen und bil­de­te spä­ter auch neue Trai­ner im Team aus. In Kre­feld und Bonn baute er die Ein­rich­tun­gen „Zen­trum für Men­schen mit Hund“ mit auf.

 

Seit acht Jah­ren las­sen sich im Jü­li­cher Land Herr und Hund im über­tra­ge­nen Sinne von Max Meier „an die Leine legen“: Als zwei­fa­cher Fa­mi­li­en­va­ter hat Max Meier seine Ak­ti­vi­tä­ten etwas zu­rück­ge­schraubt, so seine be­gehr­ten und gut be­such­ten Vor­trä­ge im Kul­tur­bahn­hof. Se­mi­na­re, „Grup­pen­stun­den“ und Spa­zier­gän­ge bie­tet der aus­ge­bil­de­te Hun­de­trai­ner aber nach wie vor an.

 

Ein Schwer­punkt ist auch das „Man­trai­ling“, also die  Per­so­nen­su­che mit dem Hund, die den ge­ziel­ten „Na­sen­sein­satz“ der Vier­bei­ner för­dert. Der­zeit ar­bei­tet er am „Win­ter­pro­gramm“, dass wit­te­rungs­be­dingt vor allem in ge­schlos­se­nen Räu­men statt­fin­den kann: Klas­si­scher­wei­se Hun­de­tricks etwa aber auch Kör­per­spra­che und Kom­mu­ni­ka­ti­on.

 

 

Mit Max Meier Kon­takt auf­neh­men kön­nen In­ter­es­sier­te am bes­ten via Fa­ce­book über Komm­bel­lo  (https://www.fa­ce­book.com/komm­bel­lo)

 

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