REN RONG_2017-02-14_Eisenskulptur_Foto_Angela_van_den_Hoogen 944China und Jü­lich: Aus­s­tel­lung von Ren Rong im Jü­li­cher Re­naissance­gar­ten

 

Wenn wir un­se­ren Blick auf Werke der Kunst rich­ten, be­gin­nen wir un­be­wusst und un­ver­mit­telt einen Dia­log. Ob im Kon­zert oder in der Oper, im Thea­ter oder im Mu­se­um: Kunst­wer­ke spre­chen uns an, ein jedes in sei­ner spe­zi­el­len Spra­che, und wir su­chen die Bot­schaft zu ent­schlüs­seln, Be­kann­tes im Un­be­kann­ten zu fin­den, Ver­bin­dun­gen zu un­se­ren Er­fah­run­gen zu knüp­fen. Be­trach­ten wir die drei­ßig ei­ser­nen Ste­len des deutsch-chi­ne­si­schen Künst­lers Ren Rong, die vom 21. Mai bis zum 27. Au­gust 2017 den Re­naissance­gar­ten der Zi­ta­del­le Jü­lich in eine ganz be­son­de­re Ga­le­rie ver­wan­deln.

Un­ver­kenn­bar aus einer Künst­ler­hand, doch jede ein Ein­zel­stück, eine Ein­la­dung zum Dia­log. Wir sehen Sym­bo­le, iko­no­gra­fi­sche Zei­chen, ver­trau­te Mo­ti­ve und fremd­ar­ti­ge For­men. Alles wächst und fließt in- und um­ein­an­der: Tiere, Pflan­zen und Men­schen, Augen und Hände, ver­schlun­ge­ne Arme und Beine. In den bis zu drei Meter hohen Me­talls­kulp­tu­ren brei­tet sich die Natur in ihrer gan­zen Fülle aus: Üppig und wu­chernd, kul­tu­rel­le und bio­lo­gi­sche Gren­zen spren­gend und doch einer in­ne­ren Har­mo­nie ge­hor­chend. Im Kon­trast dazu steht die Fassa­de des her­zog­li­chen Re­si­denz­schlos­ses mit sei­ner küh­len und kla­ren For­men­spra­che der Re­naissance.

„Ich möch­te mit mei­ner Kunst, mit dem ,,Dia­log der Welt­kul­tu­ren‘‘, in einer Fes­tungs­an­la­ge ein Zei­chen des Frie­dens set­zen.“, so Ren Rong. Und ein Zei­chen des Op­ti­mis­mus. Die fröh­lich ver­spiel­ten Skulp­tu­ren sind ein An­ge­bot an alle Sinne: Ihre raue Ober­flä­che zu spü­ren, die wei­chen Win­dun­gen des har­ten Me­talls ab­zu­tas­ten und sie schließ­lich mit einem klei­nen Häm­mer­chen in Mu­sik­in­stru­men­te zu ver­wan­deln. „Mei­ne Skulp­tu­ren sind nicht nur zum An­zu­schau­en oder An­fas­sen, son­dern auch mit einem wei­te­ren Sinn, und zwar dem Hören, zu einem Ge­sam­ter­leb­nis zu er­fah­ren.“

Zu sehen ist die Aus­s­tel­lung wäh­rend der Öff­nungs­zei­ten der Zi­ta­del­le, die Häm­mer­chen kön­nen wäh­rend der Öff­nungs­zei­ten des Mu­se­ums an der Kasse aus­ge­lie­hen wer­den. Einen Über­blick über den „Dia­log der Welt­kul­tu­ren“ kann sich der Be­su­cher auf dem Pa­n­ora­ma­weg auf der Ost­kur­ti­ne ver­schaf­fen, der wäh­rend der Aus­s­tel­lung ge­öff­net wird.