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HERZOG - Titelstorys -

ZURÜCK ZUR FORM

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Die fitte Form­spra­che von Linie, Flä­che, Kreis und Kör­per

 

Die kür­zes­te Ver­bin­dung zwi­schen zwei Punk­ten ist eine Gera­de. Die vollen­de­te Form ist der Kreis oder, räum­lich ge­se­hen, die Kugel. Die Ku­gel­flä­che ist die bei der Dre­hung einer Kreis­li­nie um einen Kreis­durch­mes­ser ent­ste­hen­de Flä­che. Wenn sich diese runde Flä­che je­doch an einer Stel­le des Kör­pers be­fin­det, an der ei­gent­lich eine Gera­de sein soll­te, dann ist die Form nicht so vollen­det und die Per­son ver­mut­lich auch etwas außer Form. So ist es zu­min­dest in mei­nem Fall. mehr…

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ECHT LECKER!

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Mahl­zeit! Dass Jü­lich nicht nur His­to­rie und For­schung, son­dern auch Ku­li­na­ri­sches zu bie­ten hat, be­wei­sen die vie­len Feste, die es rund ums Jahr zu fei­ern gibt. Vom Wein­fest, Bier­fest, Street­food-Fes­ti­val, Re­naissance-Pick­nick über den Ge­nuss­bahn­hof bis zum Fei­er­abend­markt gibt es in der Her­zog­stadt immer wie­der Le­cke­res auf die Ti­sche und Bänke, um ge­sel­lig zu ge­nie­ßen. Sei­nen Hö­he­punkt fin­det der le­cke­re Rei­gen alle zwei Jahre mit dem Fest der Kul­tu­ren. Neben den vie­len kul­tu­rel­len Dar­bie­tun­gen von Verei­nen und In­sti­tu­tio­nen wird hier vor allem ku­li­na­risch prä­sen­tiert, was die große weite Welt zu bie­ten hat. Jojo Bo­tu­li aus der afri­ka­ni­schen Re­pu­blik Kongo, Ji­an­fang Xu vom Chi­ne­si­schen Kul­tur­ver­ein und Chris­ti­ne Nehme, die mit ihrer Fa­mi­lie den Li­ba­non ver­tritt, er­zäh­len über ihre Er­fah­run­gen rund um das Fest der Kul­tu­ren. Sie las­sen sich in die in­ter­na­tio­na­len Töpfe gu­cken und be­wei­sen, dass manch­mal eben nicht viele Köche den Brei ver­der­ben, son­dern durch die Viel­falt der An­ge­bo­te für ein le­cke­res ku­li­na­ri­sches Er­leb­nis sor­gen. mehr…

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VORBEI

 

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Vom Ab­schied neh­men und vom in die weite Welt zie­hen, um sein Glück zu fin­den…

 

Kurz hin­ter Gar­misch gibt es eine klei­ne Pri­vat­stra­ße. Sie führt unter an­de­rem zur Lu­xus­her­ber­ge, die Prä­si­dent Obama und die an­de­ren G7 Staats­ober­häup­ter beim letz­ten po­lit­glo­ba­len Gip­fel­tref­fen in Deutsch­land auf­nahm: Schloss Elmau. Diese Stra­ße mit Blick auf das Kar­wen­del­ge­bir­ge und ma­je­stä­ti­sche Hoch­wäl­der ist nicht ein­fach so be­fahr­bar. Es be­fin­det sich hier ein klei­nes Maut­häus­chen, be­setzt mit einem ur­baye­ri­schen Wur­zel­sepp, der 2 Euro Ge­bühr kas­siert, dann die Schran­ke hebt und jedes pas­sie­ren­de Fahr­zeug mit einem frei­staat­li­chen „p­fi­at di“(Ein­zel­per­son) oder „p­fi­at eich“ (Per­so­nen­grup­pe) ver­ab­schie­det. Er­klingt ein „p­fi­at enk“, ist das die duale Ver­si­on der baye­ri­schen Ver­ab­schie­dung für ein Per­so­nen­paar. Mit dem für uns un­ge­wöhn­lich klin­gen­den Gruß ist „Be­hü­te Dich Gott“ oder „Be­hü­te Euch Gott“ ge­meint. Ein freund­li­cher Segen für die Wei­ter­rei­se.  mehr…

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FAIRE LES MARCHES? YES, WE CAN NES!

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„Le ciné­ma, c´est comme l´a­mour…“

Ein etwas peer­sön­li­cher Be­richt vom gröss­ten Film­fes­ti­val der Welt, das ge­ra­de sei­nen 70. Ge­burts­tag fei­er­te

 

Die Ber­li­na­le habe ich schon über 30 mal er­lebt, aber noch nie das Fes­ti­val in Can­nes. Es ist das größ­te der Welt, wie ich dazu ge­lernt habe. Dach­te bis­lang, ir­gend eines in den USA sei big­ger & bet­ter. Nein, la grand na­ti­on ist über­le­gen. Fronk-raich, Fronk-raich! Ich gönne es den Fran­zo­sen und mir. Ein­mal im Jahr trifft sich die ganze Welt des Films in Can­nes. Es wim­melt tat­säch­lich nur so von Film­grö­ßen, wenn auch nicht „zum An­fas­sen“. Die Pracht­stra­ße Le Bou­le­vard de la Croi­sette (Kreuz­chen), kurz die Croi­sette par­al­lel zum (an­ge­karr­ten) Sand­strand ge­hört für zwölf Tage ganz dem Kino. Die Stadt, ei­gent­lich nur gut dop­pelt so groß wie Jü­lich, wird dafür kom­plett auf den Kopf ge­stellt, auch die Stra­ßen­füh­rung samt der Bus­li­ni­en. Die Häu­ser­fassa­den ver­schwin­den hin­ter Film­pla­ka­ten, deren Größe als Segel aus­reich­te, um um die Welt zu se­geln. Aber wozu? Die Musik spielt doch hier! mehr…

HERZOG - Allgemein, Titelstorys -

LEBEN UND LERNEN HAT VIELE SAITEN

Six and Four Team2017webNir­va­na, Pearl Jam und Se­pul­tu­ra: Als das Gi­tar­renStu­dio „Six and Four“ 1992 an­trat, um junge Mu­sik­be­geis­ter­te die hö­he­ren Wei­hen der mehr­sai­ti­gen Musik zu ver­lei­hen, war Grun­ge noch jung, und der Heavy Metal löste sich von dem kleb­ri­gen Main­stream-Ge­wand der 80er Jahre. Hajo Hint­zen, Ma­rei­ke Herr­mann, Olaf Butt­ler und Mar­cel Witt­feld setz­ten aber auch ver­stärkt auf Klas­sik, Pop und Jazz. Der Er­folg war dement­spre­chend. Vier Leute, acht Arme, sechs Sai­ten und ein Pro­jekt: Das Stu­dio Si­x­an­dFour wurde zu­erst als Luft­schloss ge­baut. mehr…

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DER WONNEPROPPEN

WonneproppenWEB1Ot­thein­rich von Pfalz-Neu­burg

 

Wegen sei­ner be­acht­li­chen Lei­bes­fül­le konn­te er zu­letzt kaum mehr sel­ber gehen. Schon kurze Stre­cken raub­ten ihm den Atem. So ließ er sich denn gerne in einer Sänf­te tra­gen. Ganz offen ging er aber damit um: Re­prä­sen­ta­ti­ve Por­träts zei­gen sei­nen un­för­mi­gen Kör­per, neben dem seine Frau klein und zer­brech­lich scheint. Die Rede ist hier von Ot­thein­rich von Pfalz-Neu­burg, zu­letzt Kur­fürst von der Pfalz. Ge­bo­ren wurde er 1502, ge­stor­ben ist er 1559. Ein Re­naissance­fürst wie er im Buche steht, eine der zen­tra­len Ge­stal­ten des Re­for­ma­ti­ons­jahr­hun­derts, die es sich im 500. Jahr der Wie­der­kehr des The­sen­an­schlags von Mar­tin Luther lohnt, ge­nau­er in den Blick zu neh­men. mehr…

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GELBFIEBER

webIch er­rei­che Jü­lich in der Nacht. Die Fahrt vom Flug­ha­fen bis hier war nicht ohne. Ein leich­ter Rut­scher im Kreis­ver­kehr in Ellen und die gelb blin­ken­de Sta­bi­li­täts­ys­tem­kon­troll­leuch­te mahn­te mich zur Vor­sicht. Ob­wohl die Stra­ße tro­cken er­schi­en, war es glit­schig. Es ist wirk­lich kalt, sehr kalt. Ein fros­ti­ger Ja­nu­ar prägt die letz­ten Tage und Näch­te mit sei­nen in grau und braun ten­die­ren­den Far­ben. Am Him­mel tags­über manch­mal ein Stück blau oder nur blau. Sogar das grün der Rau­reif­wie­sen zwi­schen der Au­to­bahn und hier war im Licht der Schein­wer­fer grau. Durch die glit­zern­de Re­flek­ti­on des nächt­li­chen Rau­reifs schon fast eis­blau. Tat­säch­lich hel­ler als der salz­ge­trock­ne­te As­phalt, der im Licht der LED Schein­wer­fer fast weiß er­scheint. Beglei­tet von der schwar­zen Linie des Stra­ßen­rands auf dem hin und wie­der noch ein Schnee­bro­cken ba­lan­ciert um nicht von der Kante zu fal­len. mehr…