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HERZOG - Titelstorys -

GEDULD IST, WENN MAN TROTZDEM LACHT!

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Der ver­chrom­te Knopf des Hand­schuh­fachs, ein­ge­rahmt von einem sol­chen Ring, er­in­nert an einen Klin­gel­knopf. Bei einem Druck dar­auf springt die Blech­klap­pe auf und fe­dert nach 90 Grad satt im Schar­nier noch ei­ni­ge Se­kun­den nach. Man muss­te schnell genug sein und die Hand weg­zie­hen, an­sons­ten war das Fe­der­spiel un­ter­bro­chen. Ich weiß nicht, wie oft ich die­sen Knopf ge­drückt und damit den Vor­gang aus­ge­löst und be­ob­ach­tet habe. Mit mei­nen viel­leicht fünf Jah­ren saß, nein ich stand mehr im Fuß­raum auf der Bei­fah­rer­sei­te des für die An­fang der 60er Jahre ty­pisch maus­grau­en Ge­fährts und war­te­te. Vorne nur im Ste­hen – beim Fah­ren hin­ten aus der Bret­zel schau­end. War­te­te auf Vater oder Mut­ter, die Er­le­di­gun­gen mach­ten. An­fang der 60er Jahre gab es für Jungs im Vor­schulal­ter noch nicht so rich­tig viel Zeit­ver­treib beim War­ten im Auto. mehr…

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KURZGESCHICHTE

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…ist nicht zu kurz ge­dacht

 

Kurz und gut. Das ist ein Satz, den ich super finde. Das erste Ge­schenk, das ich von mei­nem da­ma­li­gen Freund bekam, war eine Tritt­lei­ter. Das ist kein kur­z­er Witz, das ist die Wahr­heit. Wer eine lich­te Höhe von 153,5 Zen­ti­me­tern misst, hat manch­mal näm­lich eine kurze Er­hö­hung nötig. Auf lange Sicht dach­te der Freund, und so habe ich nicht nur die Tritt­lei­ter heute noch, son­dern auch den Mann, der sie mir schenk­te. Beide ge­hö­ren seit 28 Jah­ren zu mei­nem Leben. Ein kur­z­er Au­gen­blick mit Lang­zeit­wir­kung. mehr…

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DER HERZOG KOMMT NACH HAUSE…

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…und adelt die Jü­li­cher Haus­hal­te.

 

Wie das so ist mit „den lie­ben Klei­nen“: Wenn sie ge­dei­hen, wach­sen sie und ge­win­nen an Ge­wicht. Sie ver­än­dern sich. Am liebs­ten zum Bes­se­ren. Kurz: Das gilt auch für den „Her­zog“. Aus dem Kul­tur­ma­ga­zin wird das Jü­li­cher Kul­tur- und Stadt­ma­ga­zin in­klu­si­ve Amts­blatt. Fast dop­pelt so groß und schwer wird das neue Heft sein und von DinA5-Maß auf ein aus­ge­wach­se­nes hal­b­es Ber­li­ner For­mat wach­sen. mehr…

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ZURÜCK ZUR FORM

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Die fitte Form­spra­che von Linie, Flä­che, Kreis und Kör­per

 

Die kür­zes­te Ver­bin­dung zwi­schen zwei Punk­ten ist eine Gera­de. Die vollen­de­te Form ist der Kreis oder, räum­lich ge­se­hen, die Kugel. Die Ku­gel­flä­che ist die bei der Dre­hung einer Kreis­li­nie um einen Kreis­durch­mes­ser ent­ste­hen­de Flä­che. Wenn sich diese runde Flä­che je­doch an einer Stel­le des Kör­pers be­fin­det, an der ei­gent­lich eine Gera­de sein soll­te, dann ist die Form nicht so vollen­det und die Per­son ver­mut­lich auch etwas außer Form. So ist es zu­min­dest in mei­nem Fall. mehr…

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ECHT LECKER!

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Mahl­zeit! Dass Jü­lich nicht nur His­to­rie und For­schung, son­dern auch Ku­li­na­ri­sches zu bie­ten hat, be­wei­sen die vie­len Feste, die es rund ums Jahr zu fei­ern gibt. Vom Wein­fest, Bier­fest, Street­food-Fes­ti­val, Re­naissance-Pick­nick über den Ge­nuss­bahn­hof bis zum Fei­er­abend­markt gibt es in der Her­zog­stadt immer wie­der Le­cke­res auf die Ti­sche und Bänke, um ge­sel­lig zu ge­nie­ßen. Sei­nen Hö­he­punkt fin­det der le­cke­re Rei­gen alle zwei Jahre mit dem Fest der Kul­tu­ren. Neben den vie­len kul­tu­rel­len Dar­bie­tun­gen von Verei­nen und In­sti­tu­tio­nen wird hier vor allem ku­li­na­risch prä­sen­tiert, was die große weite Welt zu bie­ten hat. Jojo Bo­tu­li aus der afri­ka­ni­schen Re­pu­blik Kongo, Ji­an­fang Xu vom Chi­ne­si­schen Kul­tur­ver­ein und Chris­ti­ne Nehme, die mit ihrer Fa­mi­lie den Li­ba­non ver­tritt, er­zäh­len über ihre Er­fah­run­gen rund um das Fest der Kul­tu­ren. Sie las­sen sich in die in­ter­na­tio­na­len Töpfe gu­cken und be­wei­sen, dass manch­mal eben nicht viele Köche den Brei ver­der­ben, son­dern durch die Viel­falt der An­ge­bo­te für ein le­cke­res ku­li­na­ri­sches Er­leb­nis sor­gen. mehr…

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VORBEI

 

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Vom Ab­schied neh­men und vom in die weite Welt zie­hen, um sein Glück zu fin­den…

 

Kurz hin­ter Gar­misch gibt es eine klei­ne Pri­vat­stra­ße. Sie führt unter an­de­rem zur Lu­xus­her­ber­ge, die Prä­si­dent Obama und die an­de­ren G7 Staats­ober­häup­ter beim letz­ten po­lit­glo­ba­len Gip­fel­tref­fen in Deutsch­land auf­nahm: Schloss Elmau. Diese Stra­ße mit Blick auf das Kar­wen­del­ge­bir­ge und ma­je­stä­ti­sche Hoch­wäl­der ist nicht ein­fach so be­fahr­bar. Es be­fin­det sich hier ein klei­nes Maut­häus­chen, be­setzt mit einem ur­baye­ri­schen Wur­zel­sepp, der 2 Euro Ge­bühr kas­siert, dann die Schran­ke hebt und jedes pas­sie­ren­de Fahr­zeug mit einem frei­staat­li­chen „p­fi­at di“(Ein­zel­per­son) oder „p­fi­at eich“ (Per­so­nen­grup­pe) ver­ab­schie­det. Er­klingt ein „p­fi­at enk“, ist das die duale Ver­si­on der baye­ri­schen Ver­ab­schie­dung für ein Per­so­nen­paar. Mit dem für uns un­ge­wöhn­lich klin­gen­den Gruß ist „Be­hü­te Dich Gott“ oder „Be­hü­te Euch Gott“ ge­meint. Ein freund­li­cher Segen für die Wei­ter­rei­se.  mehr…

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FAIRE LES MARCHES? YES, WE CAN NES!

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„Le ciné­ma, c´est comme l´a­mour…“

Ein etwas peer­sön­li­cher Be­richt vom gröss­ten Film­fes­ti­val der Welt, das ge­ra­de sei­nen 70. Ge­burts­tag fei­er­te

 

Die Ber­li­na­le habe ich schon über 30 mal er­lebt, aber noch nie das Fes­ti­val in Can­nes. Es ist das größ­te der Welt, wie ich dazu ge­lernt habe. Dach­te bis­lang, ir­gend eines in den USA sei big­ger & bet­ter. Nein, la grand na­ti­on ist über­le­gen. Fronk-raich, Fronk-raich! Ich gönne es den Fran­zo­sen und mir. Ein­mal im Jahr trifft sich die ganze Welt des Films in Can­nes. Es wim­melt tat­säch­lich nur so von Film­grö­ßen, wenn auch nicht „zum An­fas­sen“. Die Pracht­stra­ße Le Bou­le­vard de la Croi­sette (Kreuz­chen), kurz die Croi­sette par­al­lel zum (an­ge­karr­ten) Sand­strand ge­hört für zwölf Tage ganz dem Kino. Die Stadt, ei­gent­lich nur gut dop­pelt so groß wie Jü­lich, wird dafür kom­plett auf den Kopf ge­stellt, auch die Stra­ßen­füh­rung samt der Bus­li­ni­en. Die Häu­ser­fassa­den ver­schwin­den hin­ter Film­pla­ka­ten, deren Größe als Segel aus­reich­te, um um die Welt zu se­geln. Aber wozu? Die Musik spielt doch hier! mehr…