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HERZOG - Kunst&Design -

Weibsbilder

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Fräu­lein Schick und der Boden unter den Füßen

 

Schick, diese end­lo­sen Beine auf dem Bar­ho­cker unter dem schrä­gem Zy­lin­der, schick, der Pla­tin- Wu­schel­kopf im Frot­tee-Mor­gen­man­tel, die ge­zu­cker­ten Kuss­münd­chen wer­fend, schick die über mit Rei­fen be­häng­ten Arme im ro­sa­far­be­nen Bus­tier, am Heiß­luft­ge­blä­se der öf­fent­li­chen Du­sche die ra­sier­ten Ach­sel­höh­len trock­nend. Schick mit einer Prise Vul­gä­rem. Mar­le­ne, Ma­ry­lin, Ma­don­na, Sta­tio­nen einer Reise von nicht ein­mal hun­dert Jah­ren. Das erste Bild ist eine Ikone, der blaue Engel, auch Ma­ry­lin kennt man, das letz­te Bild ist schon eher etwas für Spe­zia­lis­ten und eben keine Ma­don­na. Sie nennt sich nur so. mehr…

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Seltsame Vögel

Wat den Eenen sin Uhl, is dem An­nern sin Nach­ti­gall

 

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Der Mai ist ge­kom­men, alle Vögel sind schon da, komm´ lie­ber Mai und mache, nicht nur die Vögel sin­gen. Auch uns Men­schen läuft das Herz über es den Vö­geln gleich­zu­tun, zu bal­zen und ein Nest zu bauen oder wie Ei­chen­dorffs „Tau­ge­nichts“ ins Blaue re­spek­ti­ve Grüne auf­zu­bre­chen. Frau Kuckuck legt ihr Ei gleich in frem­de Nes­ter, Paar­bin­dung un­be­kannt, diese Vögel schät­zen die Pro­mis­kui­tät und ich frage mich ernst­haft, ob die Kuckucks­uhr als Le­gi­ti­ma­ti­on sol­cher Exis­ten­zen wohl aus­reicht? Es gibt schon selt­sa­me Vögel. mehr…

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Ein Tsunami im Museum

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oder der Bart­wuchs der Mona Lisa

 

Die Mo­der­ne in der bil­den­den Kunst be­ginnt mit einem Scherz, für man­che ein schlech­ter: Mar­cel Duchamp nimmt ein por­zel­la­nes Pin­kel­be­cken, si­gniert es links unten mit ex­pres­siv trop­fen­der Farbe und dem Pseud­onym „R. Mutt, 1917“ und setzt es als Skulp­tur auf einen So­ckel. „Fon­tä­ne“ nennt er es und drückt dem da­ma­li­gen Kunst­ver­ständ­nis damit sämt­li­che Knöp­fe. mehr…

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Die Kunst vom Abspecken

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Leber ge­schwol­len,

Galle ver­steint – man rät zur Diät

 

Kar­ne­val ist vor­über, carne vale, lebe wohl, Fleisch, Mus­kel­grup­pen strafft euch, Kör­per­län­gen reckt euch, Fett­pols­ter adieu. Fas­ten­zeit. Vor­bei das süße Leben. Darf ich im Kar­ne­val auch als Pum­mel­chen süß sein, als Ta­schen­for­mat Obe­lix bei glei­cher Brei­ten­wir­kung auf hal­ber Höhe oder als flau­schi­ge, schwarz-gelb ge­tupf­te Hum­mel mit kur­z­en Flü­geln und lan­gen Wim­pern, aus der Spaß, jetzt wird es wie­der ernst. Das Re­gi­ment des Body-Maß-Index be­ginnt.

For­men hat es ja immer ge­ge­ben, z.B. die des An­stands. Wir 68er hat­ten sie gegen die des Auf­stands ge­tauscht und das heu­ti­ge in Form sein ist so etwas wie die Form als In­halt. De­sign oder nicht sein… mahn­ten uns frü­her Kru­zi­fi­xe daran, die Seele in Form zu hal­ten, so sind es heute pik­to­gra­fi­sche Tur­ner und Jog­ger, die auf An­hö­hen, Kreuz­we­gen und unter Lin­den das in Form sein for­dern. Frü­her half einem beim Ab­spe­cken we­nigs­tens das Rau­chen, aber das darf man ja auch nicht mehr. Par­al­lel zur Form als In­halt ist die mög­lichst größ­te Menge davon das zwei­te Kri­te­ri­um. Wo man die Form mit der mög­lichst größ­ten Menge mul­ti­pli­ziert, um den Ideal­zu­stand zu er­rei­chen, da wird die Größe an sich zum zwei­ten Pa­ra­me­ter. mehr…

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Dann doch lieber süß

KunstDesign_38_23012015Das Bit­te­re und die Ro­sen­mon­tags­ver­liebt­heit

 

Unser al­ler­ers­tes Schme­cken ist das Süße. Die Re­zep­to­ren dafür sit­zen ganz weit vorne auf der Zun­gen­spit­ze. Wir wagen uns damit, ein klein wenig nu­ckelnd, in die Welt hin­aus – le­cker, süß, Lust. Das süße Leben. Das Ge­hirn ver­linkt die In­for­ma­ti­on, kop­pelt sie zu­rück und gleich stre­cken wir die Zunge ein wenig wei­ter her­aus. Ran an das Süße, mehr Lust, mehr C12H22O11. Der Zu­cker nimmt uns die Mo­le­kül­ket­te, er schleift uns daran ins Leben und wir rei­ßen den Schna­bel auf. mehr…

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Ein Kunstprojekt on the road – Teil 3

Schnee­ge­stö­ber und Eier­li­kör – die Crew ver­schwin­det im Off

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Zur Er­öff­nung hin­gen sie über­all in der Stadt, un­se­re Pla­ka­te mit dem hef­tig ge­mal­ten, chris­tus­ar­ti­gen De­lin­quen­ten und dem ge­bie­te­ri­schen Schrift­zug Nein dar­über, die Ver­an­stal­tun­gen mit Ka­ba­rett, Musik und Le­sun­gen dar­un­ter. Die Ka­ta­lo­ge sta­pel­ten sich an der Abend­kas­se, die Skulp­tu­ren und Bil­der bil­de­ten zu­sam­men mit den li­te­ra­ri­schen Text­ta­feln ein fa­cet­ten­rei­ches Aus­s­tel­lungs­kon­zept, aber wir waren nicht ganz froh. mehr…

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Ein Kunstprojekt on the road – Teil 2

Ge­zel­li­ges Rot­ter­dam

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Die West­ber­li­ner Kunst la­ger­te in Köln, die nächs­te Sta­ti­on war Rot­ter­dam und wir rum­pel­ten mit dem hell­blau­en Tran­sit den Maas­bou­le­vard hin­un­ter. Die Maas hatte hier kurz vor ihrer Mün­dung die rich­ti­gen Aus­ma­ße, um eine Me-tro­po­le zu spie­geln und die Sky­li­ne war im Ver­gleich zu Köln schon Science Fik­ti­on. Nur die Wel­len auf dem Fluss, ihr son­nen­durch­schie­ne­nes Grün und die Art, wie sie der Wind trieb und mit Schaum­kro­nen be­setz­te, die­ses ru­hi­ge Auf und Ab in­mit­ten des 6-spu­ri­gen Ver­kehrs, das war so un­ver­än­dert ge­blie­ben wie unter den Fir­nis­sen der in Öl ge­mal­ten See­stücke, die ich schon als Kind lieb­te. mehr…